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Fachbegriffe
Aspirateur Getreidereinigungsmaschine, die mittels verschiedener Siebe und unter starker Belüftung Unkrautsamen, Sand und Staub aus dem Getreide entfernt.
Ausmahlmaschine Maschine zum Ausmahlen von Mahlgut, das durch Mahlgang oder Walzenstuhl vor zerkleinert wurde und abschließend durch die Ausmahlmaschine läuft. Obwohl auch für Kleinmühlen geeignet, sind Ausmahlmaschinen im Kreis Herford nur selten verwendet worden.
Beutelkiste (s. Sichter)
Bockwindmühle Ältere Windmühlenbauweise, seit dem 12. Jahrhundert nachgewiesen. Bei der Bockwindmühle muss das gesamte, auf einem Ständer ("Bock") gelagerte Gehäuse mittels eines Steerts in den Wind gedreht werden. Diese Vollholzkonstruktionen waren anfällig für Sturm- und Feuerschäden und erlaubten aus statischen Gründen meist den Einbau von nur einem Gang. Abgelöst von Holländer- Windmühlen.
Bohrmühle Maschine zum Ausbohren von Baumstämmen. Die so hergestellten hölzernen Röhren verwendete man zur Anlage von Wasserleitungen. Die Bohrmühle besteht aus Antrieb (Wasserrad), Getriebe und dem Bohrwerkzeug.
Bokemühle Meist als Zusatzeinrichtung in oder bei Getreidemühlen angelegte Maschine zum Boken des Flachses, bestehend aus Antrieb (Wasserrad) und einem Stampfwerk mit Nockenwelle und Stempeln (Stampfen).
Boken Brechen der gerösteten und getrockneten Flachsstengel.
Bunkler s. Zahnräder
Dampfkessel, fahrbarer s. Lokomobile
Doppelanlage Wassermühle mit zwei Betriebsgebäuden, die sich an den beiden Bachufern gegenüber liegen und die wasserbauliche Anlage, häufig auch das Wasserrad gemeinsam nutzen.
Doppelstuhl s. Walzenstuhl
Durchfahrt Bauliche Einrichtung vieler Windmühlen, die es erlaubte, mit einem Fuhrwerk durch das Mühlengebäude hin durch zu fahren. Vorteil: Der Ladevorgang konnte im Trockenen und mit Hilfe einer Winde vonstatten gehen.
Durchströmturbine s. Turbine
Einlaufrechen Grobes Sieb, das Äste und anderes Schwemmgut vor dem Eintritt des Betriebswassers in die Turbine oder das Gerinne des Wasserrades zurückhält.
Elevator Aus einem umlaufenden Leinengurt mit daran befestigten Bechern in einer Holzverkleidung bestehende Einrichtung zur Höhenförderung von Getreide und Mahlgut im Mühleninneren.
Erdholländer Bautyp der Holländerwindmühle, bei dem die Flügel von ebener Erde aus bedient werden können, also weder Galerie noch Wall vonnöten ist.
Exhaustor Reinigungs- und Fördermaschine, die mittels starker Belüftung staubförmige Verunreinigungen des Getreides entfernt.
Feinmehl Zum Backen verwendbares Mehl, das durch mehrfaches Sieben ("Sichten") in Zusammensetzung und Partikelgröße genau bestimmt ist (Mehltypen).
Flachsbokegang s. Bokemühle
Flügel Windmühlen verfügen in unseren Breiten meist über 4 Flügel. Vereinzelt treten auch 5 Flügel auf, in Südeuropa sind bei anderen Konstruktionsweisen noch mehr Flügel pro Mühle üblich. Waren Windmühlenflügel anfangs mit Segeltuch ("Segel-", "Lakenflügel") bespannt, das der Müller je nach Wind mehr oder weniger entrollen musste, ging man im 19. Jahrhundert dazu über, die Flügel mit verstellbaren Klappen ("Jalousieflügel") auszurüsten, was den Vorteil mit sich brachte, eine Anpassung an veränderte Windverhältnisse während des laufenden Betriebs vornehmen zu können. Zudem war es möglich, mit Hilfe von Gewichten eine automatische Öffnung der Klappen bei zu starkem Wind vorzusehen. Die Verstellung erfolgt mittels Winkelhebel und Schub-/Zugstange, die in der Flügelwelle liegt.
Flügelwelle Wichtiges Bauteil jeder Windmühle. Am vorderen Ende befindet sich der Flügelkopf, der die vier Flügelruten aufnimmt. Im Inneren ist ein mächtiges Kammrad auf die Flügelwelle aufgekeilt.
Francisturbine s. Turbine
Franzose Mahlgang mit Steinpaar aus französischem Süßwasserquarz, in unserer Region seit dem 18. Jahrhundert verbreitet und hauptsächlich zur Vermahlung von Weizen verwendet. Extrem hartes Material, daher langlebig und mit unübertroffenen Mahlergebnissen, aber unangenehm zu schärfen und früher in der Anschaffung sehr teuer.
Futterschrot Als Viehfutter verwendbares Schrot, meist aus Gerste oder Menggetreide.
Galerie Um den Windmühlenturm herum angelegter, hölzerner Umgang, der es dem Windmüller ermöglichte, auch bei mehrgeschossigen Holländerwindmühlen an die Flügel heranzukommen, um die Segel der Flügel auf- oder abzurollen. Die gleiche Funktion erfüllte an anderen Mühlen ein um den Mühlenbau herum angelegter Wall ("Wallhol¬länder4'/"Galerieholländer").
Gattersäge Sägevorrichtung zum Zerschneiden von Stämmen in Bohlen und Bretter. Nach der Anordnung der Sägeblätter unterscheidet man Vertikal- und Horizontalgatter.
Gerinne Hölzerne Konstruktion, die dem Wasserrad das Wasser zuführt.
Glind Auch Glint, Grint; mittelniederdeutsche Bezeichnung für Radstube, Wasserrad, Mahlgang.
Göpel Antriebseinrichtung für Betrieb durch Zugtiere. Die Zugtiere ziehen dabei einen oder mehrere Hebelbäume im Kreis herum. Die Drehbewegung wird durch Getriebe und Kardanwelle übertragen und zum Antrieb landwirtschaftlicher Maschinen oder auch einer Mühle eingesetzt.
Graupengang Schälmaschine, in der Gerste zu Graupen verarbeitet werden.
Hadernschneider Maschine zum Zerkleinern von Lumpen durch rotierende Messer, eingesetzt in Papiermühlen.
Hafergrützemühle Schälmaschine für Hafer.
Hammermühle s. Hammerschmiede
Hammerschmiede Schmiede mit maschineller Hammervorrichtung, bestehend aus Antrieb (Wasserrad), Kraftübertragung (Wellbaum) und einem oder mehreren Hämmern, die je nach Bauart auf unterschiedliche Weise bewegt werden. Gebräuchlich war der sog. Schwanzhammer (siehe dort). Die übrige Schmiedeeinrichtung entspricht dem Standard einer Dorfschmiede.
Holländer In Papiermühlen eingesetzte Maschine zum Aufschleißen des vorzerkleinerten Lumpenmaterials mittels Messerwalze. Im Holländer entsteht der feine Brei, aus dem der Papiermeister die einzelnen Bögen schöpft.
Holländerwindmühle Windmühlenkonstruktion mit drehbarer Kappe auf feststehendem Turm aus Holz ("Holzholländer") oder Mauerwerk. Das Prinzip um 1550 von Leonardo da Vinci erfunden, im 17. Jahrhundert in den Niederlanden erstmals mit Erfolg praktiziert, daher "Holländermühle". Die praktischen Vorteile dieser Konstruktion waren so durchschlagend, dass die Vorläuferbauweise "Bockwindmühle" rasch veraltete. Holländermühlen sind leichter in den Wind zu drehen, groß genug zur Aufnahme mehrerer Maschinen, weniger anfällig für Sturm und Feuer, höher zu bauen und für größere Leistungsaufnahme zu dimensionieren.
Holzholländer s. Holländerwindmühle
Horststein "Auf der Horst" in Vlotho-Valdorf gebrochener Kalktuff- Stein, der am Ort vielfach zum Hausbau verwendet wurde.
Jalousieflügel s. Flügel
Kammrad s. Zahnräder
Kappe Dachteil der Holländerwindmühlen, drehbar auf dem Mühlenturm aufgelagert und so auf wechselnde Windrichtungen einzustellen. Kappen bestehen aus einer Holzkonstruktion, die Flügel, Flügelwelle mit Kammrad sowie Steert oder Windrose trägt.
Keilpresse s. Presse
Knochenstampfmühle Maschine zum Zerstampfen von Knochen und anderen Materialien, bestehend aus Antrieb (Wasserrad), Getriebe und Stampfwerk mit Nockenwelle und Stempeln (Stampfen).
König Auch Königswelle genannt; in Windmühlen befindliche vertikale Welle, die die Kraft von der Flügelwelle übernimmt und über Spindeln an die Mahlgänge bzw. andere Werkzeuge abgibt.
Königsmühle Im Auftrag des preußischen Staates im 18. Jahrhundert gebaute und für Rechnung des Fiskus betriebene Mühle. Schon gegen Ende desselben Jahrhunderts im Regelfall erblich verpachtet. Die als Königsmühle errichteten Windmühlen weisen bauliche Gemeinsamkeiten auf; die ältesten im Kreis Herford erhaltenen Windmühlen sind Königsmühlen. (Siehe "Mahlzwang")
Kollergang Hinrichtung zum Zerquetschen von Material, bestehend aus zwei runden Steinen, die mit einer kurzen Achse verbunden aufrecht laufend auf einem dritten, liegenden Stein eine enge Kreisbahn beschreiben. Kollergänge finden sich vor allem in Öl- und Papiermühlen.
Konzession Gewerberechtliche Erlaubnis. Genehmigungsbehörde für den Betrieb von Mühlen war die Kriegs- und Domänenkammer bzw. der Regierungspräsident. Vor Einführung der Gewerbefreiheit galt allgemein ein restriktives Vergabeverfahren, das die Rentabilität bestehender Betriebe sichern sollte und die Neugründung von Betrieben oft unmöglich machte.
Lakenflügel s. Flügel
Landhandel Handel mit Futter- und Düngemitteln, Saaten, Gartenbedarf etc. Viele Kleinmühlen betrieben Landhandel neben der Müllerei bzw. nach der Stilllegung ausschließlich.
„Lanz“ -Bulldog Einzylindrische Zug- und Antriebsmaschine der Firma "Lanz". Mannheim, gebaut seit 1921. Gelegentlich auch zum Antrieb von Müllereimaschinen eingesetzt.
Lohmühle Maschine zum Zerkleinern von Rindenstücken zu Lohe, die bei der Gerberei eine wichtige Rolle spielt.
Lokomobile Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchliche Dampfmaschine auf Fahrgestell. Wurde hauptsächlich zum Antrieb von Dreschmaschinen von Hof zu Hof gezogen, aber auch stationär eingesetzt, zum Beispiel in Sägemühlen. Auch als Aushilfskraft in Getreidemühlen häufig, im 20. Jahrhundert durch Sauggas- Elektro- oder andere Motoren abgelöst.
Mahlgang Wichtigstes und ältestes Müllereiwerkzeug, bestehend im wesentlichen aus einem Steinpaar und der umgebenden Bütte, einer der Steinrundung angepassten Holzverkleidung, auf der sich ein Aufsatz mit Rüttelschuh und Trichter befindet. Der untere der beiden Steine liegt fest (Lieger), während der obere rotiert (Läufer). Mühlsteine gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Ausführungen je nach Zweck und Möglichkeit. Stärke und Durchmesser, Gesteinsart und Bauweise, Gewicht und Art der Schärfe variieren dabei.
Mahlgenosse Der im Rahmen des Mahlzwangs einer bestimmten Mühle zugewiesene Kunde. Mahlzwang Über viele Jahrhunderte und in vielen Regionen übliche Verpflichtung, in einer bestimmten und nur in dieser Mühle Getreide vermählen zu lassen. Mit Hilfe des Mahlzwangs versuchte der jeweilige Mühleneigner (Feudalherr, Landesherr), Einkünfte aus der Mühle zu sichern, indem er die Benutzung anderer Mühlen bei empfindlichen Strafen verbot.
Mehlgang Mahlgang zur Herstellung von Backmehl. Von den Schrotgängen meist durch Steinmaterial und -schärfe unterschieden.
Mischmaschine Zylindrischer Behälter mit Schnecke im Inneren zum Vermischen von unterschiedlichem Mahlgut.
mittelschlächtig s. Wasserrad
Motormühle Mühle mit motorischem Antrieb für alle Maschinen. Motormühlen entstanden durch Umrüstung aus Wind- und Wassermühlen, im 20. Jahrhundert aber auch als Neugründungen. Im letzteren Fall handelt es sich um Zweckbauten, denen die Funktion als Mühle äußerlich kaum anzusehen ist.
Mühlenstumpf Turm einer Holländerwindmühle ohne Kappe und Flügel. Nach Einbau von Motoren wurden viele Windmühlen bei Sturmschäden o.ä. nicht mehr vollständig repariert und der Windantrieb aufgegeben.
Obergraben Wasserbauliche Einrichtung, die einer Wassermühle das nötige Betriebswasser so zuführt, dass am Mühlenstandort ein möglichst hohes Nutzgefälle anliegt. Der Obergraben wird deshalb mit geringem Gefalle geführt und kürzt im Flachland die Mäander des natürlichen Gewässers ab.
oberschlächtig s. Wasserrad
Ölgang s. Ölmühle
Ölmühle Maschine zur Herstellung von Pflanzenöl, bestehend aus Antrieb (Wasserrad), Getriebe und mehreren Werkzeugen, von denen Kollergang und Presse die wichtigsten sind. In Ölmühlen gewonnenes Öl aus Raps, Lein oder Rübsen wurde als Speiseöl, Lampenöl und zu weiteren Zwecken eingesetzt.
Ossberger s. Turbine
Papiermühle Aufwendige Maschinerie zur Herstellung von Papieren und Pappen im Handwerksbetrieb. Durch Wasserkraft mittels Rad und Getriebe wurden Kollergang, Hadernschneider, Holländer, Rühr- und Stampfwerke und Siebmaschinen bewegt. Bis zum Einsatz von Holzschliff waren Lumpen das Ausgangsmaterial.
Plansichter s. Sichter
Pneumatik Transporteinrichtung zur Höhen- und Querforderung von Getreide und Mahlgut mittels Druckluft.
Presse In Ölmühlen vorfindliche Konstruktion zum Auspressen von Öl, entweder bestehend aus Stampfwerk und Pressbeiteln (Keilpresse, ältere Bauart) oder mittels Hydraulik (jüngere Bauart).
Pulvermühle s. Knochenstampfmühle.
Radstube Umbau für hölzerne Wasserräder, die sowohl das Austrocknen als auch das Zufrieren des stillstehenden Rades verhindern sollte. Der Wechsel von Feuchtigkeit und Trockenheit greift das Holz an und reduziert die Lebensdauer des Rades beträchtlich.
Reinigung Vor dem Einlagern bzw. vor dem Vermählen muss das Getreide von Verunreinigungen aller Art befreit werden. Die Aufgabe übernehmen verschiedene Reinigungsmaschinen (siehe "Aspirateur", "Exhaustor").
Roßmühle s. Göpel
Rührwerk Über Getriebe gedrehte Rührschaufeln, eingesetzt in Ölmühlen. Die zuvor im Kollergang zerkleinerten Ölfrüchte werden vor dem Pressen über einem Feuer erhitzt, wobei der Brei ständig gerührt werden muss.
Sackwinde Vorrichtung zum Hochziehen von Getreidesäcken auf den Steinboden in Mühlen. Wegen des beträchtlichen Gewichts des Getreides nutzten die Müller die Antriebsenergie von Wind und Wasser und bauten eine Sackwinde ein.
Sauggasmotor Mit verschiedenen Generatorgasen (Kohle, Koks, Holz, Späne...) treibbare Verbrennungsmotoren, die je nach Bauart auch wechselweise mit Diesel, Teeröl oder ähnlichem betrieben werden konnten. Zuverlässig und wirtschaftlich, daher in unserer Region bis zur Elektrifizierung recht weit verbreitet. Meistgenannter Hersteller: König, Herford.
Schälmaschine s. Graupengang
Schleifmühle Mit Wasserkraft betriebener Schleifstein, meist innerhalb einer Hammermühle aufgebaut.
Schluckvermögen Die Große von Wasserturbinen wird nach dem Schluckvermögen (Liter pro Sekunde) angegeben. Richtig dimensioniert und damit wirtschaftlich ist eine Turbine dann, wenn sie an hundert Tagen pro Jahr unter Ausnutzung des v0llen Schluck Vermögens läuft.
Schrotgang Mahlgang (siehe dort) zur Herstellung von (Futter-) Schrot. Auch bei Modernisierungen in Getreidemühlen blieben Schrotgange meist erhalten im Gegensatz zu Mahlgängen, die der Backmehlherstellung dienten und durch Walzenstühle ersetzt wurden. Schrotgange enthalten häufig einfachere Steine (Sandsteine, Kunststeine); gerade die kleinsten Wassermühlen (Bauernmühlen) enthielten meist nur einen Schrotgang.
Schwanzhammer In Hammermühlen eingesetzter Schmiedehammer, der mit Wasserkraft betrieben wird. Dabei dreht das Wasserrad eine Welle, auf der Nocken aufgebracht sind, die das hintere Ende des Hammerbaums ("Helm“) niederdrücken. Nachdem die Nocke den Helm freigegeben hat, fallt der Hammerkopf auf das Werkstück, um sofort wieder von der nächsten Nocke angehoben zu werden.
Schwingen In der Arbeitskette vom Flachs zum Leinen notwendiger Vorgang, bei dem holzige Reste des weichgeklopften Stengels von der Flachsfaser abgestreift wurden. Die Arbeit konnte sowohl per Hand als auch maschinell in einer Mühle geschehen.
Segelflügel s. Flügel
Seiltransmission Kraftübertragung mittels umlaufendem Seil, meist zum Antrieb von landwirtschaftlichen Maschinen außerhalb der Mühle auch in weiterer Entfernung genutzt.
Sichter Siebeinrichtung zur Trennung der Bestandteile des Mahlgutes nach Größe. Früheste Sichteinrichtung ist die schon im Mittelalter bekannte Beutelkiste, in der ein Seidengazebeutel gerüttelt wurde, durch den die feinen Mehlpartikel von gröberen Bestandteilen (Dunst, Grieß, Schrot) getrennt wurden. Nachfolger waren rotierende, ebenfalls mit Gewebe bespannte, Rund- oder Sechskantsichler, später Plansichter. Dieses noch heute verwendete Verfahren bedient sich mehrerer übereinander gepackter Sieblagen, die mitsamt eines hölzernen Gehäuses in schnelle, schwingende Rotation versetzt weiden.
Sodermühle s. Ausmahlmaschine
Stampfwerk In Öl-, Boke-, Walke- und Pulvermühlen zu findende Einrichtung (Vollholzkonstruktion), bestehend aus einer liegenden Nockenwelle, die eine Anzahl Stempel nacheinander anhebt und wieder fallen lässt. Anwendungen zum Pressen, Zerstoßen und Weichklopfen.
Steert Balkenkonstruktion zum Drehen der Windmühlenkappe (bei Holländerwindmühlen) oder des gesamten Gehäuses (bei Bockwindmühlen).
Steinkran Hebevorrichtung, mit deren Hilfe der Läuferstein eines Mahlgangs angehoben, gedreht und seitlich abgelegt werden kann. Dieser Vorgang ist für jedes Steinschärfen erforderlich.
Stillegungsaktion Staatlich gelenkte, Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre mehrfach durchgeführte Aktion zur Stilllegung von Getreidemühlen. Ziel war ein regulierter Konzentrationsprozess, der in erster Linie die Kleinmühlen aus dem Markt verdrängt hat. Über eine Abgabe finanzierten die am Markt verbleibenden Mühlen Prämien für ausscheidende Betriebe.
Stirnrad s. Zahnräder
Stockrad s. Zahnräder
Transmission Kraftübertragung mittels Wellen und Riemen; insbesondere in Kunst- und Industriemühlen zum Antrieb von Maschinengruppen verwendet, aber auch geschossübergreifend von der Turbine im Keller bis zum Elevatorkopf unterm Dach eingesetzt.
Trocknung Vor der Einlagerung von Getreide wird der Feuchtigkeitsgehalt des Getreides auf ein bestimmtes Maß reduziert. Dazu sind maschinelle Trockner erforderlich, die mit Heizöl befeuert werden. Ursprünglich wurde das Getreide durch Aufstellen in Stiegen auf dem abgeernteten Feld von der Sonne getrocknet. Die Ernte mit dem Mähdrescher macht den maschinellen Trockner erforderlich.
Turbine Turbinen haben im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts zahlreiche Wasserräder als Antriebe in Wasserkraftanlagen abgelöst. Das Prinzip der horizontalen Wasserräder mit freiem Wasserstrahl ist aber auch schon in der Antike bekannt gewesen. In der Chronologie der Turbinenentwicklung sind die Bauarten Fourneyron (ab 1827), Henschel/Jonval (1837), Francis (1849), Girard (1851), Pelton (1880) und Kaplan (1919) zu nennen. Für die in Westfalen häufigsten Anwendungen mit Gefallen von 1 bis 6 Metern bei stark schwankenden Wassermengen haben sich Francis- und Durchström- ("Banki'7"0ssberger") Turbinen als vorteilhaft herausgestellt. Sie verfugten im Mittel über einen deutlich höheren Wirkungsgrad als Wasserräder und waren zudem flexibler einzusetzen, wartungsarm und langlebig.
Turbinenanlage Anlage zur Stromerzeugung mittels Turbine und Dynamo.
unterschlächtig s. Wasserrad
Unterwasser Unterhalb der Wassermühle abfließendes Wasser.
Wallholländer Bautyp der Holländerwindmühle, bei dem die Flügel von einem rings um die Mühle aufgeschütteten Wall aus bedient werden.
Walkemühle Stampfmühle zum Walken von Tuchen. Das Stampfen bewirkt eine dichte Verfilzung des Tuches.
Walzenstuhl Seit 1834 zunehmend verbreitete, wichtigste Neuerung im Bereich der Müllereitechnologie, hat insbesondere bei der Mehlherstellung den Mahlgang fast vollständig verdrängt. Im Walzenstuhl werden die Getreidekörner zwischen zwei Walzen zerkleinert, die mittels Federkraft oder Gewichten gegeneinander gedrückt werden und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit umlaufen. Häufig auch mit zwei Walzenpaaren ausgestattet, von denen eines schrotet, das andere zum Ausmahlen verwendet wird (Doppelstuhl).
Wasserrad Das vertikale Wasserrad war über Jahrhunderte unangefochten die dominierende Antriebsweise für nahezu alle Wasserkraftanlagen. Nach der Beaufschlagungshöhe unterscheidet man unter-, mittel-, rücken- und oberschlächtige Räder. Während das unterschlächtige Rad lediglich die Stoßkraft des Wassers aufnehmen kann - und dies auch nicht vollständig -, nutzen die anderen Radtypen zusätzlich das Gewicht des Wassers aus. Den höchsten Wirkungsgrad verzeichnet das oberschlächtige Rad, weil der Raddurchmesser annähernd dem anliegenden Nutzgefälle entspricht. Lange Zeit ausschließlich aus Holz gebaut, bestand bei Verwendung von Eisen in Wasserrädern die Möglichkeit, deren Wirkungsgrade merklich zu verbessern, zum Beispiel durch gekrümmte Schaufeln.
Wellbaum Mächtiger Baum, auf dem das Wasserrad aufgekeilt ist und der die Kraft vom Rad ins Innere der Mühle überträgt.
Windrose Auf der Kappe von Holländerwindmühlen rechtwinklig zum Flügelkreuz angebracht, nimmt die Windrose Querwind auf und dreht mittels einer starken Untersetzung die Kappe selbsttätig in den Wind. Eine der frühesten automatischen Steuerungen der Maschinengeschichte.
Zahnräder Zur Kraftübertragung in Mühlen unverzichtbare Maschinenelemente. Über viele Jahrhunderte ganz aus Holz gefertigt, im 19. Jahrhundert ganz oder teilweise durch Eisenteile abgelöst. Man unterscheidet Zahnräder nach der Kraftübertragungsart. Beim Stirnrad sitzen die Zähne ("Kämme") an der Außenseite, beim Kammrad auf der Flanke. Das Stockrad (Bunkler) besteht aus zwei Scheiben, zwischen denen Stäbe ("Stöcke") eingesetzt sind.
Zichorienmühle Mühle zum Zerkleinern gerösteter Zichorien. Aus dem Zichorienpulver wurde eine Art Ersatz-Kaffee gebrüht.
Zwangsmühle s. Mahlzwang
Zyklon Staubabscheider, der nach dem Fliehkraftprinzip arbeitet und in Mühlen in Verbindung mit der Getreidereinigung eingesetzt werden kann.
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