kopfbild-1024-links-mit-gruen

 

 

alt-vlotho-bild_1

 

Königl. Preuß. Staatseisenbahn - Reichsbahn - Bundesbahn - Deutsche Bahn

 

diesellok-klein

 

Stichwort Bahnhofsanlage 1874 in Vlotho und deren Umgebungs-Bebauung

bahnhofsanlage-1874-alterbahnhof

Die wohl älteste Übersicht über die Bahnanlage und der Umgebungs-Bebauung liefert eine Karte vom Abteilungs-Ingenieur Fechteler aus dem Jahr 1874. Diese wurde nach einem Bergrutsch zwischen den Häusern 33 und 36a angefertigt.

 

bahnhofsanlage-1874-button 

 

bahnhofsanlage-1874-plan-button 

 

bahnhofsanlage-1874-landkarte

bahnhofStichwort Vlothoer Bahnhof und Bahnstrecke

Die Bauarbeiten der Vlothoer Bahnstrecke wurden 1872 begonnen. Drei Jahre später (1875) war das Vlothoer Teilstück fertig gestellt und die Verbindung zwischen Löhne und Elze geschlossen. Die Bahnstrecke, die von einer Aktiengesellschaft gebaut worden ist, wurde 1880 vom preußischen Staat übernommen. Um Platz für den Bahnhof zu schaffen, mussten auf der rechten Seite der Langen Straße zwölf Häuser abgerissen werden.

Der Bau des Bahnhofs fand in den Jahren 1874/75 statt. Das Bahnhofgebäude wurde 1901 oder früher durch einen Anbau an der Südseite erweitert. 1909 wurde auch die Nordseite erweitert.

bahnhofsplan-info 

bahnhof-eignerso wie wir es heute kennen. Der erste Zug, der durch Vlotho fuhr, war ein Güterzug am 19. Mai 1875. Der erste Personenzug mit Ehrengästen zur feierlichen Eröffnung der Strecke folgte am 30. Juni 1875. Die Bahnstrecke, die zunächst nur eingleisig war, wurde 1909 zweigleisig ausgebaut. Nachdem die Eisenbahnbrücke, die am Kuhkamp über die Weser führt, 1945 zerstört wurde, ist diese Strecke nur noch eingleisig wiederhergerichtet worden. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte der Verkehr auf dieser Strecke stark zugenommen. In beiden Richtungen fuhren an Werktagen bis zu fünfzehn Eil- bzw. Personenzüge. Hinzu kamen noch einige Güterzüge. 1972 wurden 62.000 Fahrkarten ausgegeben. 1973 wurden 30 Reisezüge, 14 Eilzüge und 20 Güterzüge am Tag gezählt. Heute wird diese Eisenbahnlinie im Wesentlichen nur noch von der Eurobahn für den Personenverkehr genutzt. Die Betreiber von 1875 bis heute sind in der Tabelle aufgeführt.

 

Das Ende des Vlothoer Bahnhofs

1988 erwarb der Berliner Alois Heim den Vlothoer Bahnhof von der DB. Allerdings blieb die Personen- und Expressgutabfertigung im Vlothoer Bahnhof noch einige Jahre in Betrieb, bevor sie am 1. Mai 1992 geschlossen wurde. Nach dem Tod von Alois Heim wurde das historische Gebäude von den Erben im Dezember 2007 von der Stadt Vlotho erworben.

Im Juli 2010 kamen Pläne auf, den verfallenen Bahnhof abzureißen. Dagegen sprach sich eine Bürgerinitiative aus, aus der der im April 2013 gegründete Verein »Bürgerbahnhof Vlotho« hervorging.

Im April 2017 verkaufte die Stadt Vlotho den Bahnhof für einen Euro an einen Investor. Zunächst war eine Tierklinik geplant, aber daraus wurde nichts.

Im Oktober 2020 hatte Karsten Krüger aus Löhne („Karlchens Backstube“) den maroden Vlothoer Bahnhof übernommen, um dort nach dem Vorbild des Südbahnhofs in Bad Oeynhausen einen gastronomischen Betrieb einzurichten. Dann ging alles sehr schnell. Am Freitag dem 20. August 2021 wurde Richtfest gefeiert.

 

Berichte über die Baugeschichte des Bahnhofes und der Bahnstrecke finden Sie hier:

1bahnhofsbau-zeich-info

1bahnhofsbau-info

2bahnstrecke-info

 

Vlothos Bahnhof war 1964 Umsatz-Millionär

Über 1,1 Million Mark Einnahmen / 4.800 Tonnen Stückgutumschlag

Aus dem „Hauptbuch" für das Geschäftsjahr 1964 wurden folgende Umsätze entnommen:

 

Auf der Einnahmeseite ergab sich unter dem Strich die ansehnliche Summe von 1.132.000 Mark. Die Belegschaft des Bahnhofs Vlotho aus 25 Mitarbeitern, davon zehn im Betriebsdienst und Verwaltung und 15 im Verkehrsdienst.

 

Verkauft wurden im Jahre 1964 rund 95.000 Fahrausweise, einschließlich der nur einmal im Verkauf erscheinenden, aber mehrfach benutzbaren Zeitkarten. Sie ergaben einen Erlös von 316.000 Mark. Im Expressgutversand wurden 21.300 Expressgutkarten (auf eine Karte konnten bis zu zehn Stücke aufgegeben werden) und ein Gesamtgewicht von 350 Tonnen verbucht. Der Expressgutempfang erreichte eine wesentlich höhere Zahl, nämlich 27.600 Expressgutkarten, die der Auslösung dienten.

 

Im Güterverkehr (der Güterbahnhof war zu jener Zeit noch aktiv) betrug der Ein- und Ausgang der Waggons 3.600, auf den Tag umgerechnet 13 Waggons. Ein Waggon war und ist durchschnittlich zwölf Meter lang. Würde man die 3.600 Waggons zusammenkoppeln, ergäbe sich daraus als „Zug des Jahres" eine Länge von rund 420 Kilometern. Sie würde in etwa der Entfernung zwischen Braunschweig und Aachen gleichkommen. 1960 ergab der Ein- und Ausgang der Waggons 2.500, 1961 = 3.200, 1962 = 4.600, 1963 = 3.600. Im gleichen Jahr wurden 45.000 Frachtbriefe bearbeitet, mit denen ein Gesamtgewicht von 2.800 Tonnen auf die Reise geschickt wurde. Im Empfang waren es 24.000 Frachtbriefe, die ein Gesamtgewicht von 2.000 Tonnen registrierten. Im Stückgutumschlag waren das 1964 zusammen- und umgerechnet immerhin beachtliche 96 Zentner.

 

Wie sich die Zeiten ändern...

Schon seit den 1970er Jahren beklagt die Bundesbahn gravierende Umsatzrückgänge. Nachdrücklicher denn je drängt sie darauf, Strecken stillzulegen, auf denen sie hohe Defizite einfährt. Das ist auch, was ja schon länger bekannt ist, auf der Strecke Elze-Hameln-Löhne der Fall. Rückschlüsse kann man daraus ziehen, dass derzeit diese Eisenbahnlinie im Wesentlichen nur noch von der Eurobahn für den Personenverkehr genutzt wird.

Wie ernst es der Bundesbahnverwaltung in Hannover um den Abbau der Unterbilanz ist, das geht zum Beispiel daraus hervor, dass sie das Bahnhofsgebäude in Vlotho verkauft hat. Auf diese Weise entfallen der Bahn wiederkehrenden Unterhaltungskosten. Heutiger Eigentümer des Bahnhofes ist die Stadt Vlotho.

stellwerk

farbfoto-werder

Ein Kohlezug auf der Fahrt nach Veltheim.

 Hier am Stellwerk Vlotho. Foto:2010.

Eine Diesellok der Deutschen Bundesbahn Nr. 216 159 mit dem Eilzug

Bielefeld-Braunschweig verlässt den Vlothoer Bahnhof. Foto: 1982.

In Hamburg „sitzt die Zeit"

Wir wollen nicht behaupten, dass nur die Bundesbahn eine genau gehende Uhr besitzt, aber sie hat zumindest das größte und auch ein sehr präzises Uhrensystem. Um den Bahnbetrieb pünktlich durchführen zu können, müssen die Uhren der Eisenbahn auf die Minute gehen. Es geht nicht, dass der Fahrdienstleiter zum Beispiel jeden Morgen seine Uhr mit der vom Kirchturm verg

bahnhofsuhr

Bahnhof Vlotho

leicht.

Jeder kennt die großen runden Uhren, nach der die Züge abfahren. Die sogenannten Mutteruhren hängen an der Leine, die nach Hamburg führt. Von dort kommt die genaue Zeit. Die Zeitzentrale der Bundesbahndirektion Hamburg ist für die Bahnuhren zuständig und sie bezieht die genaue Zeit wiederum von der Stern- und Seewarte in Hamburg.

Kurz vor acht Uhr morgens drückt ein Mann in Hamburg eine Morsetaste. Durch einen Stromstoß werden eine halbe Minute später sämtliche Bundesbahnuhren automatisch gestellt. Nun, auch technische Wunderwerke streiken einmal. Was dann? In dem Fall kann der Fahrdienstleiter zum bahneigenen Telefon greifen und aus Hamburg die genaue Zeitansage abhören und danach die Uhr stellen lassen.

Eigene Telefonleitungen

Etwa 100.000 Bahnhofsuhren gibt es in der Bundesrepublik. Sie alle hängen direkt oder indirekt an der Hamburger Zeitzentrale. Ein kleines Beispiel dafür, wie kostspielig der Apparat ist, mit dem man einen geregelten Eisenbahnbetrieb nur aufrechterhalten kann.

Neben diesem komplizierten Uhrensystem muss die Bahn auch noch ein eigenes Fernsprechnetz unterhalten. Wenn der Mann mit der roten Mütze von hier aus zum Beispiel die Hamburger Zeitzentrale erreichen möchte, braucht er keine Vermittlung. Über BASA (Bahnselbstanschluss) kann er jeden Bahnhof in der Bundesrepublik in Minutenschnelle anrufen.

bahnsteig-zugang1Stichwort Busbahnhof und Bahnsteigzugang

Die Bushaltestelle und der Wendeplatz am Bahnhof, besser bekannt als Vlothoer Busbahnhof, wurden umgestaltet. Die Bauarbeiten begannen im Dezember 2009 und wurden 2010 abgeschlossen. Es war der erste Bauabschnitt für eine umfangreiche Zugangsgestaltung zum Bahnsteig des Vlothoer Bahnhofes. Wie Helmut Züchner von den Stadtwerken erklärte: „Nicht nur die langgestreckten Überdachungen sorgen zusammen mit den Bänken, den Autostellplätzen und Fahrradständern für einen gesteigerten Komfort der Fahrgäste.

Im Spätsommer 2012 wurde mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen, der nach einer kurzen Bauzeit im Dezember abgeschlossen wurde. Es ging um die Schaffung eines  barrierefreien Zugangs vom Busbahnhof in den Tunnel.  Dabei habe man auf bahneigenem Gelände und am bahneigenen Tunnel gearbeitet.  Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

gleisbau-damals-heute-startbild60Stichwort Gleisbau im Vlothoer Bereich

Dieses Foto einer Gleisbaurotte auf dem Vlothoer Bahnhof wurde 1908/1909 aufgenommen. Zu dieser Zeit wurden die Gleise noch mit reiner Muskelkraft verlegt. Beim genauen Hinschauen fällt auf, dass die Menschen damals kleiner waren. Die Arbeitsbedingungen waren nicht nur beschwerlich, sondern auch gefährlich. So wurde auf Sicherheit nur begrenzt Wert gelegt.

 

Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

bahnhofvlothodrohne-startbildDiese besondere Aufname vom Bahnhof, machte im August 2017, der Uffelner Ralf Ganzelewski mit einer Drohne. Es zeigt den Bahnhof von oben. Rechts die neue Weserstraße die nach Bad Oeynhausen führt.

Bild anklicken