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Pegelstand - Hochwasserstände - Niedrigwasserstände

 

 

 

pegel-haeuschenStichwort Weserpegel-Messstation Vlotho

Nicht weit entfernt vom Vlothoer Stellwerk der Deutschen Bahn steht die Pegelmessanlage für den Wasserstand der Weser im Vlothoer Bereich. Betreiber ist das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Minden. Aus dem Pegelhaus werden die Wasserstände automatisch an die Mindener Betriebszentrale übermittelt. Sie versorgt wiederum ein überörtliches Netz. Schiffsführer sind wegen der zulässigen Tauchtiefen auf die öffentlichen Pegel angewiesen.

Der Normalpegel in Vlotho wird mit 1,97 Metern angegeben. In der trockenen Jahreszeit ist es keine Seltenheit, dass der Pegel bei 1,30 Meter oder gar darunter liegt (am 06.12.2011 - 1,18m), wodurch die Schifffahrt eingeschränkt wird. Aber auch der höchste schiffbare Wasserstand ist von Bedeutung. Er wird für Vlotho mit 4,85 Metern angegeben. Dann ist die Fahrrinne gerade noch erkennbar.

Die Markierungen des Treppen-Pegels erreichen von der Weser bis zur höchsten Stelle, eine Höhe von 8,10 Metern. Dort verläuft der Weser-Sole-Radweg, wo auch das Pegelhäuschen steht, aus dem die elektronischen Messdaten weitergeleitet werden. Diese Messdaten der Wassertiefe im Vlothoer Bereich können Sie auch im Internet mit verfolgen.  pegel-aktuell-info

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Der heutige Pegelmaßstab hätte 1841 nicht gereicht.

Stichwort Weserhochwasser 1841

Kähne und Boote in der unteren Langen Straße

„Nach Aufbruch des krachenden Eises und des hinzugekommenen Tauwetters von drei Grad Wärme und Regens in der Nacht zum 19. Januar 1841 schwoll die Weser so schnell an, dass dieselbe sich am anderen morgen fast 25 Fuß über den gewöhnlichen Wasserstand erhob. Alle Keller und die unteren Zimmer der niedrig gelegenen Häuser an der Weserseite wurden plötzlich vom Wasser überschwemmt. Die Bewohner mussten noch in der Nacht alle ihre Mobilien in höchster Eile in Sicherheit bringen und konnten nur noch mit hohen Leitern aus ihrer Gefangenschaft durch die Fenster in die Rettungskähne gelangen. Auf der unteren Langen Straße, erreichte das Wasser eine Höhe von 1,20 Meter. So berichtet ein Chronist über das große Hochwasser in Vlotho vom 20. Januar 1841 (Dr. Großmann, Geschichte der Stadt Vlotho). Es ist die ausgiebigste Beschreibung eines Hochwassers der Weser. 1841, so berichtet der Stadtschreiber, konnten die Bewohner der unteren Langen Straße und der Mühlenstraße nur noch mit Kähnen versorgt werden. Der Strom riss das Fährhaus mit sich, es fand sich später in Deesberg. Am 20. Januar 1841 maß die Weser bei Eisgang 8,91 Meter, am 29. Januar des Jahres 1841 ohne Eis 8,53 Meter. Nur 1799 hatte man ähnliche Pegelstände gemessen.

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Drei Tage lang Kampf gegen das Hochwasser

Vlotho erlebte eine Jahrhundertflut

 

Dienstag 31. Januar bis Donnerstag 2. Februar 1995

 

Den ersten Höhepunkt einer Jahrhundertflut erlebte Vlotho am Dienstag (31. Januar). Seit dem Nachmittag waren die Feuerwehren in Uffeln und der Kernstadt damit beschäftigt, Sandsäcke zu füllen und zu pumpen, was die Pumpen hergaben. Dienstag und Mittwoch wurden insgesamt zwölf Tonnen Sand in Säcke gefüllt - rund l.000 Stück, die in Borlefzen, an den beiden ehemaligen Werften, aber auch am Rathaus bitter benötigt wurden. Damit beschäftigte sich vor allem der Löschzug der Vlothoer freiwilligen Feuerwehr, zwölf Mann arbeiteten 15 Stunden lang. Das Hochwasser war das schlimmste seit 1946. Der Scheitel der Welle hat Vlotho passiert. Am 2. Februar 1995 stand der Pegel bei 6,76 Meter. Dass es nur relativ wenige Schäden gab, lag daran, dass die Weseraue in Vlotho kaum bebaut ist.

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Ein Bild vom Hochwasser am 3. Januar 1919.

So hoch stand die Weser auch am 2. Februar 1995.

Die Löschgruppe Uffeln rückte am Dienstagnachmittag (31. Januar) zur ehemaligen Schiffswerft Rasche aus. Dort spülte das Wasser in die Maschinenhallen der ansässigen Kunststoff-Firma. Seitdem waren die Männer und Frauen unter Löschgruppenführer Norbert Scheidle ununterbrochen im Einsatz. Alle 12 Stunden wurden die Mannschaften ausgetauscht. Die sieben Pumpen liefen rund um die Uhr, damit die empfindlichen Maschinen keinen Schaden nahmen. Die Hallen konnten so wasserfrei gehalten werden.

Die Firma Reckermann, die dort produzierte, musste sich etwas einfallen lassen: Eine Straße zum Gelände gab es nicht mehr, sie war geflutet. Selbst die Fahrer der schweren Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehr wagten es nicht mehr, die teilweise reißenden Fluten zu durchqueren. Allein ein allradgetriebener Traktor mit Anhänger hielt die Verbindung zur Außenwelt aufrecht. Er transportierte Angestellte, Kunden und Material sowie produzierte Ware. Der Versand wurde kurzerhand auf den Hof Meyerbröker verlegt.

Bürgermeister Ulrich Sturhahn formierte sich ebenfalls vor Ort über die Lage. Währenddessen stieg das Wasser auch an „seinem" Rathaus immer höher. Hatte es morgens den Parkplatz unterhalb des Hochhauses erst „angefeuchtet", so mussten abends weitere Sandsäcke und eine Pumpe her, um zu verhindern, dass es das Untergeschoß flutete.

Kritisch war die Lage auch an der Schilderfabrik Sellmann. Hier schaufelten die Helfer der Feuerwehr unermüdlich Sand in Säcke, um das Wasser einzudämmen. Sie wurden nicht nur dort gebraucht, sondern auch in Borlefzen, wo die Bootshalle des ansässigen Unternehmens geschützt werden musste.

Am Mittwoch (1. Februar) waren die Wehren zusätzlich gleich zweimal damit konfrontiert, die Unterführung des Bahnhofes wieder leer zu pumpen. Das geschah mittels Tauchpumpe. Das Rohr, durch das das Wasser eingedrungen war, wurde verschlossen. Dann mussten sechs Tonnen Sand hergeschafft werden, um weitere Sandsäcke vorzubereiten. 500 Stück lagen noch für alle Fälle bereit. Sie wurden aber nicht mehr gebraucht, da das Wasser allmählich sank.

 

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Niedrigwasserstand

 

Stichwort Niedrigwasserstand

Noch nie fiel zwischen April und September so wenig Regen wie im Jahr 2018

Der heiße Sommer 2018 mit dem daraus resultierenden niedrigen Wasserstand der Weser war dafür verantwortlich, dass einige geplante Schiffsausflugsfahrten nicht stattfanden. Am Vlothoer Pegel wurden ab 17. September 2018 einige Tage ein Wasserstand von 90 cm gemessen. Sicherlich hat der niedrige Wasserstand auch seine positiven Seiten, so können Arbeiten am Weserufer erledigt werden, die sonst nur schwer erreichbar wären.

Mitte August hatten zwei  Magnetangler, die am Weseranleger im Vlothoer Hafen auf der Suche nach Metallgegenständen waren, plötzlich einen Tresor am Haken beziehungsweise am Magneten.  Ein offenbar seit längerer Zeit im Wasser liegender Tresor war wieder aufgetaucht. Anschließend wurde noch ein zweiter gefunden.

»So etwas Besonderes haben wir noch nie gefunden«, staunten sie nicht schlecht. »Wir haben gleich festgestellt, dass die Tresore aufgeflext waren. In einem lagen noch Schlüssel«, berichtet ein Angler. Beide alarmierten daraufhin gleich die Polizei.

Der Stadtgeschichte zu Folge ist der Sommer 1960 einer der trockensten seit 1860 wo der Pegel in den ersten Sommermonaten der 1960er Jahren bis auf nur 75 Zentimeter zurückging. Allerdings wurde der Pegelstand noch per Handmessung an der Scala am Vlothoer Hafen abgelesen. Heute wird der Pegel in Vlotho in der elektronischen Messstation gemessen. Diese befindet sich etwas weserabwärts in Höhe des Stellwerkes der Deutschen Bundesbahn. Daher ist ein direkter Vergleich mit 2018 nicht möglich.

 

Stand: 30. September 2018

 

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Der Bootsanlieger liegt auf dem Ufer. Auf der Uffelner Weserseite sind Slipanlagen*, Mauern und Uferbefestigungen zu sehen, die normalerweise im Wasser verborgen sind. Foto: 31. August 2018

 

* Eine Slipanlage, manchmal auch als Bootsrampe bezeichnet, ist eine schräge Ebene (Rampe), auf der Boote vom Land in das Wasser gelassen werden können.

 

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An der Kaimauer ist der Normalwasserstand der Weser zu erkennen. Das Informationsportal »pegel-online.wsv.de« nennt für Vlotho einen »MNW«-Wert von 1,21 Meter – das ist ein Mittelwert der von 1996 bis 2006 gemessenen niedrigsten Wasserstände. Foto: 31. August 2018

 

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Einen der beiden Tresore konnte von Hand geborgen werden, für den anderen wurde noch technische Hilfe benötigt.

Foto: Polizei Minden-Lübbecke - August 2018

 

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Dieses Foto wurde am 17. September 2018 von der Weserbrücke aufgenommen.

Der Pegel war auf dem Tiefstand von 90 cm angekommen und so blieb er noch einige Tage.

 

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