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Stadtverwaltung

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Damals und Heute

 

 

Die  Vlothoer Stadtverwaltung

 

Diese Seite soll ältere Bürger dieser Stadt an ihre Jugendzeit erinnern und für die jüngeren einen kleinen Blick in die Geschichte der Stadt Vlotho ermöglichen.

 

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Wappen ab 13.03.1910

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Wappen ab 30.11.1970

Rathaus um 1935

Vlothoer Stadtwappen

Altes und neues Rathaus 1963

Altes und neues Rathaus

Erst 1867 bekam Vlotho das erste Rathaus in der Geschichte der Stadt. Zuvor waren die Dienststellen in der Stadt verteilt. Es diente nun als fester Sitz der Stadtverwaltung, bis es durch das heutige, moderne Rathaus ersetzt wurde.

Sitz der Vlothoer Amtsverwaltung

 

Einleitung

 

In Vlotho gibt es zwar den Amtshausberg, aber statt des Amtshauses findet man in den Ruinen der ehemaligen Burg eine Gaststätte. Auch der frühere Amtshof an der Weserstraße Nr. 10, Sitz des Rentmeisters und später des Justizamtmanns, ist verschwunden (siehe auch Seite: "Alt-Vlotho / Weserstraße Nr. 10"). Geblieben ist dagegen das Rathaus der Stadt Vlotho, das seit mehr als 150 Jahren Sitz der Stadt- und Amtsverwaltung und Tagungsort der Stadt- und Amtsvertretung ist.

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Wo hier der Amtshof eingezeichnet ist, hieß ab 1910 Weserstraße

Nr. 10.

Dass dieses Gebäude nicht wie in den meisten Ämtern von dem Amt, sondern von der Stadt Vlotho gebaut worden ist und daher auch nicht Amtshaus, sondern Rathaus heißt, ist durch die geschichtliche Entwicklung bedingt.

Denn Vlotho gehört mit zu den wenigen Städten Westfalens, die schon im 13. Jahrhundert Stadtrecht erhielten. Durch die Zerstörung der Stadt im Jahre 1368 in der Fehde zwischen der Stadt Minden und Lippe sank sie zu einem Flecken herab. Als aber im Jahre 1650 der Große Kurfürst dem Flecken, dessen Einwohnerzahl trotz des Dreißigjährigen Krieges sich seit 1550 vervierfacht hatte, ein neues Marktrecht und ein Stadtsiegel verliehen hatte, erwarb die Stadt 1658 das erste Rathaus. 1719 wurde dem Flecken erneut das Stadtrecht verliehen, auf das die Stadt 1843 bei der Einführung der Landgemeindeordnung verzichtete. Das alte Rathaus war seit 1816 Sitz des neuen Amtes Vlotho.

Wenn auch jetzt nur noch „Titularstadt", so erwarb dennoch die Stadt Vlotho 1867 das Gebäude des zweiten Rathauses und stellte seine Räume der Amtsverwaltung, bestehend aus dem Amtmann und seinem Sekretär, zur Verfügung.

In Fortsetzung dieser alten Tradition hat 1961 wiederum die Stadtvertretung den notwendig gewordenen Bau des neuen Rathauses beschlossen; seine Kosten wurden von Stadt und Amt gemeinsam aufgebracht.

 

* Mit Titularstadt bezeichnet man oftmals eine eigenständige Gemeinde oder einen Stadtteil, dem ursprünglich die Stadtrechte verliehen wurden, die jedoch später wieder aberkannt wurden.

 

*Titularstadt nennt man eine Gebietskörperschaft, die formell den Titel Stadt trägt und in der Regel eine eigenständige Gemeinde ist, der jedoch mehrere Elemente einer Stadt fehlen.

 

Der Sitz der Amtsverwaltung 1816-heute

 

Das erste Rathaus (1816—1829)

 

Als 1816 das heutige Amt Vlotho gebildet wurde, behielt Bürgermeister Martzilger seine Wohnung und auch die Amtsstube in dem Rathaus "Vlotho Nr. 74" der Stadt Vlotho, in dem er schon vor 1808 als Akzise- und Zollinspektor und dann als Maire gewohnt hatte.

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Wo hier das "x" ist, stand von 1816 bis 1829 Vlothos erstes Rathaus. Foto: 2010.

Dieses Rathaus war 1658 von der Stadt Vlotho für 629 Tlr angekauft worden. In den unteren Räumen gab es den Ratskeller und das Dach bekam ein Türmchen mit Uhr und Glocke, da man die Glocken von St. Stephani in diesem Teil der Stadt nicht hören konnte.

Im Laufe der Zeit war das Gebäude so baufällig geworden, dass der Einsturz drohte. 1829 bewilligte man 192 Tlr für die Reparatur. Das Dach mit dem Balkenwerk wurde abgetragen, während der Bürgermeister noch in seiner Amtsstube saß, da er kein Ausweichquartier gefunden hatte.

Ein Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen warf alle Pläne über den Haufen. Als Martzüger am 14. 7. 1829 im durchnässten Zimmer saß, fiel um 9 Uhr morgens die Decke, auf die man die Dachsteine gepackt hatte, herunter. Da eine Reparatur sich nun nicht mehr lohnte, wurde das Rathaus 1882 abgebrochen. Der Rathausplatz - die dazu gehörige Scheune war 1858 auch eingestürzt - wurde 1871 für 1000 Tlr von dem Fabrikanten Schöning erworben. Er bildet heute den Parkplatz zwischen den Häusern Nr. 53 (Kulturfabrik) und dem Haus Nr. 57.

 

Verschiedene Unterkünfte (1829—1868)

 

 Martzüger war zunächst mit Büro und Akten in den Klassenraum der reformierten Schule gezogen, die sich in dem heute abgebrochenen Hause neben Hotel Großkord befand. Später hatte er seine Amtsstube in der von ihm gemieteten Wohnung, deren Lage nicht bekannt ist. Auch wissen wir nicht, wo seine Nachfolger Poelmahn und Strosser ihre Amtsstube eingerichtet hatten. Amtmann Müller zog 1856 in Kuhls Mühle in der Winterbergstraße und verlegte im August 1860 sein Büro in das Haus Mühlenstr. Nr. 3.

 

 

Das zweite Rathaus (1868—1963)

 

Erst im Jahre 1867, als die erste Vlothoer Zigarrenfabrik Hildebrand Konkurs machte, bot sich die
Möglichkeit, das Lagerhaus für 3551 Tlr zu erwerben. Nachdem der 3330 Tlr kostende Ausbau vollendet war, konnte im Mai 1868 die Amtsverwaltung drei Räume im Erdgeschoß beziehen, die

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Das zweite Rathaus (1868—1963) noch vor dem Brückenbau.

Foto: vor 1927.

anderen bewohnte der Polizeidiener. In den I. Stock zog Amtmann Müller, der zweite wurde vermietet. Bei Einrichtung der Amtskasse 1892 musste der Polizeidiener ausziehen. Im Ersten Weltkriege wurde vorübergehend der Arbeitsnachweis in der Kleinkinderschule untergebracht. 1920 zog der Amtmann in den II. Stock, so dass nunmehr der I. Stock für Diensträume zur Verfügung stand. 1930 siedelte er in die Stadtsparkasse über. Im Dachgeschoß wohnte jetzt nur noch der Hausmeister.

1931 wurden durch einen Erweiterungsbau neue Räume geschaffen. Durch den Bau der Weserbrücke waren die Nachbarhäuser abgebrochen worden. So konnte der bisherige Eingang von der Langen Straße nach der Brückenseite verlegt werden. In dem seitlichen Anbau wurden die Amtskasse und darüber der Sitzungssaal untergebracht.

Die im II. Weltkriege entstandenen neuen Abteilungen für die Kriegswirtschaft wurden mit dem Amtsarchiv im ehemaligen Loebschen Hause, Lange Straße Nr. 104 (heute Zurheide) eingerichtet. Als dieses Haus geräumt werden musste, kaufte die Stadt Vlotho das dem Rathaus gegenüber liegende Hotel an und überließ deren oberen Räume der Amtsverwaltung.

 

Das dritte Rathaus (ab 1963)

 

Die unzulängliche Unterbringung der Diensträume in den beiden Häusern führte zu dem Plan, das alte Rathaus durch einen weiteren Anbau nach dem Garten zu nochmals zu erweitern. Ein neuer Gesichtspunkt trat auf, als der Landschaftsverband Westfalen für die Brückenauffahrt eine bessere Übersicht forderte und vorschlug, das Rathaus anzukaufen und abzureißen. Damit war die Stadtvertretung vor die Aufgabe gestellt, einen Neubau aufzuführen. Da aber im Stadtkern kein anderer Platz vorhanden war, blieb nur der Rathausgarten als Bauplatz übrig. Nach längeren Vorverhandlungen fasste die Stadtvertretung am 27. 10. 1961 den entsprechenden Beschluss.

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Das dritte Rathaus (ab 1963). Ansicht von

der heutigen Weserstraße. Foto: 2010.

Das neue Rathaus ist ein 25 m hohes Gebäude mit 7358 cbm umbautem Raum und 8 Stockwerken, von denen zwei unter der Straßenoberkante liegen. Dem Bau vorgelagert wird der Eingang von der Langen Straße aus, über dem sich der Sitzungssaal befindet. Der Entwurf für den Neubau stammt von dem Architekten Hans Holzapfel aus Bünde. Ausgeführt wurde der Bau von der Firma W. A. Pörtner in Exter.

Die Grundsteinlegung des Neubaues, der auf 56 Betonpfählen steht, fand am 27.11.1961 statt, das Richtfest nach Fertigstellung des Rohbaus am 7. 9. 1962. Der strenge lange Winter Anfang 1963 erzwang jedoch beim Innenausbau eine Pause von mehr als zwei Monaten.

Erfreulicherweise war es jedoch möglich, im Rahmen des 10. Sommerfelder Treffens am 13. 7.1963 das von den „Sommerfelder Heimattreuen" gestiftete große Fenster des neuen Sitzungssaales zu übergeben. Es ist ein Werk von Heinrich Berges aus Vlotho, während die Darstellung der vereinigten Wappen von Vlotho und Sommerfeld, gestaltet von Alf Welski aus Vlotho, die Stirnwand des Raumes ziert.

Anschließend wurde im obersten Geschoß des neuen Rathauses das von der Stadt ausgestattete „Sommerfelder Zimmer" den Patengästen der Stadt zur Verfügung gestellt. Es soll den Sommerfeldern bei ihren Besuchen in Vlotho die Erinnerung an die verlorene Heimat erhalten helfen.

 

Dr. Großmann

 

Stichwort Karten Amt Vlotho

Über die Jahrhunderte hat sich die Größe des Amtes Vlotho häufig verändert. Hier werden daher nur drei Karten vom Amt Vlotho gezeigt. - Amt Vlotho 1556, Amt Vlotho 1790 und die Stadt Vlotho ab 1973.

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Das alte Vlothoer Rathaus von 1868 bis 1963.

 Links, die Häuser Nr. 56 und 58 der Langen Straße, sie wurden für die Weserbrückenzufahrt 1927 abgerissen.

Der Sitzungssaal im alten Rathaus. Foto: 1935.

 

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Siegelmarke der Stadt Vlotho
Mit diesem Siegel wurden nach 1910 bis

in die 1930er Jahre hinein vertrauliche Mitteilungen der Stadt Vlotho versiegelt.
Original 46 mm ø.

Stichwort Altes Rathaus

Lange Zeit musste vergehen, ehe die Vlothoer Verwaltung ein eigenes Rathaus bekam. Zuvor wurde die Verwaltung in verschiedenen Vlothoer Häusern untergebracht. Vom Amtmann Müller wissen wir, dass er 1856 seinen Dienstraum in Kuhls Mühle an der Winterbergstraße und von 1860 bis 1868 im Hause Mühlenstraße Nr. 3 hatte.

Erst als im Jahre 1867 die älteste Vlothoer Zigarrenfabrik, des Arnold Hildebrandt, Konkurs machte, wurde deren Lagerhaus für 3.550 Taler erworben. Es erfolgte ein Umbau der nochmals 3.300 Taler verschlang. Endlich, am 1. Mai 1868, bezog die Amtsverwaltung das der Stadt gehörende Rathaus und belegte nur drei Räume im Erdgeschoß, mehr wurden nicht benötigt. Die anderen unteren Räume wurden der Polizei zur Verfügung gestellt. Im ersten Stock erhielt nun Amtmann Müller eine Dienstwohnung. Der dritte Stock wurde an August Tintelnot vermietet. Endlich waren alle Verwaltungsteile unter einem Dach. Der Eingang des Rathauses lag an der Langen Straße. Erst als 1926 für die Zufahrt zur damaligen neuen Weserbrücke die Häuser Nr. 56 und 58 abgerissen wurden, bot sich genügend Platz den Eingang an die Nordseite des Hauses zu verlegen. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts kam es zum Platzmangel. So wurde 1951 das gegenüberliegende Hotel Koch (Ratstuben) von der Stadt Vlotho angekauft, wovon nur die oberen Räume von der Amtsverwaltung belegt wurden. Diese so genannte Zweigstelle wurde als „Rathaus II“ bezeichnet. Leider war diese Platzerweiterung nur für etwa zehn Jahre ausreichend. Pläne für ein neues Rathaus entstanden.

 

 

Bei den Abbrucharbeiten des alten Rathauses, die am 4. Oktober 1963 begannen und Ende des Monats abgeschlossen waren, wurden im Turm einige Dokumente entdeckt.
 

Das Geheimnis des Turmknaufes auf dem alten Rathaus
 
Beim Bau öffentlicher Gebäude werden meist in den Grundstein Kassetten mit Schriftstücken eingemauert. Man benutzt aber auch oft noch die den Turm krönende Kugel, um dort Nachrichten über die Bau- und auch Zeitgeschichte unterzubringen. Das ist auch beim alten Rathaus der Fall gewesen.
Die Kugel auf der Spitze des Dachreiters enthielt aber nicht nur Schriftstücke, sondern auch Zeugnisse der damaligen Vlothoer Wirtschaft. Das wichtigste Schriftstück war ein Bericht über die Verhandlungen für den Ankauf des ehemaligen Lagerhauses. Er enthielt, beginnend mit dem 11. 4. 1867, Abschriften der Beschlüsse der Stadtvertretung und des Kaufvertrages. Dazu hatte Amtmann Müller als Einleitung eine Zeichnung des Stadtsiegels von 1690 und eine kurze geschichtliche Einleitung vorausgeschickt, in der er darauf hinwies, dass Vlotho urkundlich schon um 1200 genannt wird und eine der ältesten Städte sei. Darunter befinden sich die Unterschriften der Stadtvertreter und das Datum vom 28. 2. 1868.
Auf den letzten Seiten des fast unlesba¬ren Heftes stand eine Uebersicht über die Verhältnisse der Stadt Vlotho. Danach hatte die Stadt 1867 2926 Einwohner von denen 1437 männlich und 1480 weiblich waren. Der Viehbestand betrug: 63 Pferde, 97 Stück Rindvieh, 15 Schafe, 202 Schweine, 515 Ziegen und 90 Hunde.
Um einen Einblick in die Zeitgeschichte zu geben, hatte Amtmann Müller neben zwei Zeitungsausgaben noch ein Bild von „König Wilhelm am Fenster seines Palais" und „Graf Bismarck im Norddeutschen Reichstag" beigefügt. Die Bilder waren einem Kalender aus dem Jahre 1868 entnommen.
An Industrieerzeugnissen  befanden sich eine Flasche mit Rum, die den Absturz leider nicht überlebte, einige sehr zerstörte Zigarren, Zucker und  ein  kleines  Bündel Stofflappen aus einer Stoffärberei in der Kugel. Diese enthielt aber noch ein weiteres Schriftstück, eigentlich nur ein mit Bleistift beschriebener Zettel vom 15. 12. 1892, der noch gut lesbar ist. Darauf steht: „Dieser Thurm  ist gemacht worden von W Kutzky, Klempner, Albrecht  Schmidt, W. Dahmke, F. Windt." Anscheinend hat der Klempner Kutzky gelegentlich beim Neubaues des Dachreiters die Kugel geöffnet und den Zettel hinein gelegt.

 

Dr. Großmann

 

 

 

 

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ernaehr-lange-zurheideStichwort Vlothoer Ernährungsamt

So war es, als von 1939-1950 in Vlotho Lebensmittelmarken ausgegeben wurden.

Zuständig dafür war das im Haus Loeb untergebrachte so genannte Ernährungsamt.

Tausende von „Rationierern", die diese Tätigkeit seit dem 28 August 1939 ausübten, saßen noch Ende Februar 1950 in den sog. Ernährungsämtern an ihren Schreibtischen. Sie mussten diese Mangel-Verwaltung aufrechterhalten, weil hohe und höchste Regierungsstellen es so wollten. Als Folge des Zweiten Weltkrieges wurden die verknappten Lebensmittel rationiert und zugeteilt. Das geschah mittels Lebensmittelmarken. Ihre Ausgabe oblag den von den Kommunen eingerichteten, schon erwähnten, Ernährungsämtern. Da das Vlothoer Rathaus

bereits seinerzeit und später verstärkt unter chronischem (!) Raummangel litt, wurde das

Ernährungsamt der Stadtverwaltung ausgelagert. Dieser neuerliche Behördenzweig wurde in das Wohn- und Geschäftshaus (Bild links) des achtbaren jüdischen Textilkaufmanns Gustav Loeb (heute Zurheide) Lange Straße Nr. 104 verlegt, das infolge der schurkisch-verbrecherischen Judenverfolgung leer stand.   Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

rathaus-neuStichwort Neues Rathaus

Nachdem die Platzverhältnisse des alten Rathauses und der Nebenstelle Ende der 1950er Jahre ausgenutzt waren, entschloss man sich für den Bau eines neuen Rathauses. Es sollte ein moderner Bau mit acht Stockwerken werden. Zu einer Diskussion kam es, als einige Bürger Zweifel hatten, ob der geplante moderne Neubau ins Stadtbild passe. Nachdem die finanziellen Angelegenheiten geklärt waren, wurde im Oktober 1961 mit den Erdarbeiten begonnen. Die Bauausführung hatte die Firma W. A. Pörtner aus Exter übernommen. Die Bauarbeiten kamen zügig voran. Am 27. November 1961 wurde der Grundstein gelegt und am 7. September 1962 konnte bereits die Richtkrone auf das 25 Meter hohe Gebäude gesetzt werden. Ein Jahr später waren die Bauarbeiten abgeschlossen und am 30. September 1963 begann der Neubezug des Rathauses. Vier Wochen später, am Montag den 28. Oktober 1963, erfolgte die Einweihungsfeier, zu der viele Ehrengäste geladen wurden. In der Feier im Rathaussitzungssaal wurde vom Amtsbürgermeister Eversmeier das große Mosaikfenster in diesem Saal erwähnt, was vom Vlothoer Künstler Heinrich Berges entworfen wurde.

Die Gesamtkosten des neuen Rathauses betrugen 1.269.600 DM, wozu noch 52.000 DM für die Gestaltung des Vorplatzes kamen.

 

Die Geschichte der Vlothoer Stadtwappen

 

 

 

 

 

 

 

Stadtsiegel und Stadtwappen

 

 

Vorläufer des Stadtwappens sind die Stadtsiegel, mit denen Bürgermeister und Rat die Richtigkeit der von oder vor ihnen ausgestellten Urkunden bekräftigen. Aus ihnen entwickelten sich später die Stadtwappen, bei denen in dem Wappenschild das Zeichen des bisher gebrauchten Siegels übernommen wurde.

 

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Einige Bestandteile dieses Stadtwappens tauchen bereits in dem Siegel der Vlothoer Burgmänner in der Mitte des 13. Jahrhunderts auf (die drei Türme der Burg). Darunter in einem Drittelkreis drei fünfblattrige Rosen und zwei sich nach den Seiten neigende Blütenstengel, die man für die Vorläufer der Lilien halten könnte. Dr. Großmann verneint allerdings in seinem Buch „Geschichte der Stadt Vlotho" einen Zusammenhang zwischen diesen Blütenstengeln und den heutigen Wappenlilien. Das Siegel tritt erstmals 1339 in einer erhaltenen Urkunde in Erscheinung  und geht auf die Grafen von Hallermund, Vorfahren Heinrichs, zurück.

 

 

Das erste offizielle Vlothoer Stadtsiegel aus dem Jahre 1650 zeigt im Innenkreis zwei aus einem Stengel wachsende Lilienblüten und darüber die drei Sparren. Hinter der Zahl 1650 findet sich immer noch ein fünfblättriges Röschen. Dieses Siegel wurde bis 1808 benutzt.

 

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Das Wappen der Stadt Vlotho sah früher anders aus als heute. Dieses Bild des Vlothoer Wappens wurde dem Buch des Vlotho-Chronisten Harland, dessen Werk im Jahre 1888 bei Thorein und Sitte erschien, entnommen. Die Grundbestandteile des auch heute noch verwendeten Wappens sind allerdings auch hier schon zu erkennen und sogar doppelt vorhanden: die drei Ravensberger Sparren und die aus einem Stamm wachsenden Lilien, die auf diesem alten Wappen allerdings noch eher wie Tulpen aussehen.

 

 

1910 wurde das Vlothoer Stadtwappen neu entworfen. Es erhielt das heutige Aussehen, wie es zum Beispiel auf den Aufklebern zu sehen ist, die anlässlich des 800-Jahr-Jubiläums (September 1985) herausgegeben wurden. Oben die stilisierte Burg mit drei Türmen, in der Mitte die Ravensberger Sparren und unten die zwei Lilien, die allerdings nicht mehr aus einem Stamm wachsen. Gültig ab 13. März 1910.

 

 

Der Stadt Vlotho ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Detmold vom 30. November 1970 das Recht zur Führung eines Wappens, einer Flagge, eines Banners und eines Dienstsiegels verliehen worden.

Wappenbeschreibung

„Von Silber (Weiß) und Rot wellenförmig geteilt: oben freischwebend drei rote Sparren, unten auf grünem Boden zwei grüne, nach außen gebogene Lilien mit silbernen (weißen) Blüten.“

Bedeutung

Die drei Sparren sind das alte Wappen der Grafschaft Ravensberg. Der Wellenschnitt symbolisiert die Weser. Die Lilien weisen auf das Zisterzienser-Nonnenkloster hin.

 

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